Social Media Strategie - Tanz auf dem Seil

Seiltaenzerin

Die Social Media haben endlich ihr Nischendasein verlassen. Was Posts and Tweets so alles anstellen können, entdecken Neuankömmliche im Web 2.0 mit Verwunderung. Für digital natives ist es lediglich die Fortsetzung des Community Spreading in der res publica. Jetzt  stehen sie im Mittelpunkt einer Kommunikation, die sich jeder Struktur und Kontrolle entzieht. Das ist die Logik  des Web 2.0, nicht aber die der herkömmlichen Organisationsstrukturen der Unternehmen.

Darum werden die neuen Social Media Strategisten im permanten Balanceakt zwischen PR und Werbeauflagen sowie dem ROI behutsam voranschreiten müssen, um dabei einige Grundüberlegungen im Kopf zu behalten.

  1.  Bringt  mich der letzten Hype der Social Media Labors näher an den Kunden oder setze ich eher auf Ausdauer, indem ich die bestehenden Social Media Strategien noch weiter vertiefe und damit auch das Verständnis der Kunden? 
  2. Wie bekomme ich als Unternehmen oder Marke viele Facebook "Gefällt mir" und viele Twitter-Folger?  Viel wichtiger wäre jedoch: Wie erhalte ich ihr Interesse oder ihre Sympathie, ohne sie durch Dutzende von Tweets pro Tag zu nerven  oder durch "nichts Neues"?
  3. YouTube bekommt die meisten Besucher. Videos sind sprach- und grenzübergreifend. Wie binde ich dieses Bild-Ton Medium mit ein, um die beiden wesentlichen Botschaften zu vermitteln, nämlich die Qualität und die Besonderheit des Produktes oder der Leistung? Subliminal oder im Klartext?
  4. Wie rechtfertigt  sich das Hinübergleiten von herkömmlichen Kommunikationsmitteln (@, Print, Anzeigen, Radiospots) zu Social Media Strategien und  wo lege ich die Schnittstellen, ohne Doppeleffekte?
  5. Wie überzeuge ich die Zweifler und Skeptiker, dass der Tanz auf dem Hochseil mehr als eine Luftnummer  ist?   Auf den Punkt gebracht:  Wie schaffe ich neue Inhalte, dezentral und in vielen verschiedenen Formen und wie beweise ich ihre Effizienz?
  6. Eine durchdachte Social Media Strategie hat ein Ziel: Das Produkt und die Leistung zum besten Vertreter zu machen, den Kunden zum Sprachrohr und am Ende die blaue Blume. Der Echoeffekt.

 

 

 

Mobilität in den Köpfen?

"Das Unglück nimmt immer dann seinen Lauf, wenn der Mensch sein stilles Kämmerlein verlässt, der einzige Ort auf der Welt, wo er wirklich seinen Platz hat und zum Denken kommt", meinte Blaise Pascal im 17. Jahrhundert, als die Europäer begannen, sich die Dimensionen von  Zeit und Raum anzueignen und damit die fünf Kontinente und alle verfügbaren Ressourcen. 

"Was haben sie eigentlich im tiefsten Urwald oder irgendwo an den Polen zu suchen? Ein absoluter Wahnsinn, der nur von ihrem nie befriedigten Drang nach mehr Raum, Macht und Reichtum bewegt wird. Alle drei entfernen die Menschen von sich selbst.  In der Mobilität versuchen sie, ihre eigene Endlichkeit und innere Leere zu vergessen. Pensées. Blaise Pascal.1641. " Kurzum, sie ersetzen  gezieltes Denken durch ziellose Bewegung. "

Der französische Philosoph und Urbanist Paul Virilio warnt schon seit Jahrzehnten vor dem Wahnsinn der Mobilität als Artefakt.  Der "Bougisme",  das manische Bedürfnis, ständig unterwegs und in Bewegung  zu sein, sei eines der vielen künstlichen Bedürfnisse, die der Techno-Kapitalismus als Ersatzlebensinhalt erfunden habe, so  sein Zeitgenosse Pierre-André Taguieff.

All diese Überlegungen und Analysen wurden lange vor den Mobile Web, Geolocations gemacht, als sich die Menschen noch damit begnügten,  immer "On The Road" zu sein,  zwar nicht so extrem wie Dean Moriatry , aber immerhin: Da man nichts (mehr) bewegen konnte, bewegte man sich halt selbst.

Gegen die Warnungen der Philosophen des 20. Jahrhunderts, zu denen auch McLuhan gehört, hat sich Mobility als Geschäfts- und Gesellschaftsprinzip durchgesetzt und wurde inzwischen auch Schlüssel zu Wirtschaftswachstums angesehen. Vielleicht sollten wir uns schleunigst die Zeit nehmen, "War and Peace in the Global Village" noch einmal durchzulesen. Viele Gedanken und Analysen sind unbegrenzt haltbar.

Spannend wird die Geschichte auf der semantischen Ebene. So kommt bei dem Begriff "mobilità"  auf der italienischen Google-Seite sofort die Beziehung zur Arbeitswelt. Bei "mobilité" auf Französisch bin ich auf die sehr anregende Seite gestossen, die ich gerne in die öffentliche Agora werfen möchte:  "Liberté, égalité, mobilité" . Auch hier wird im Sinne von Jean Baudrillard nachgedacht, und zwar im Sinne der Entschleunigung.  Für ihn bot letztere einen Ausweg aus dem unsichtbaren Hamsterrad, in dem uns das Diktat der Mobilität gefangen hält, zu entkommen.

Er ist 2007 verstorben und seinen Studenten geraten, auf das Mobiltelefon zu verzichten.

 

 

 

 

 

 

 

Crowdsourcing - common wealth in Zeiten der Regression ?

Die Zeitzeichen stehen auf Regression, zumindest in Europa. Das meint nicht nur Jeremy Rifkin "The Empathic Civilization", 2010, sondern auch die britischen Ökonomisten der New Economic Foundation. 

Zugegeben, vorübergehend frohlockt die deutsche Wirtschaft  wieder und freut sich über die Nachfrage aus China und Russland. Dennoch Wachstum im Jahr 2010 bedeutet nicht mehr, Wohlstand für alle, sondern bessere Bonis for a very few.. happy at least?

Den Kommunen stehen harte Zeiten bevor und in den meisten Regionen gehen nach und nach die Lichter in den öffentlichen Einrichtungen aus. Arm aber sexy?  Im Zille Miljö vielleicht und nur noch bei schönem Wetter.

Das ist kein deutsches Syndrom. In ganz Europa wabert die  Armutswelle von unten nach oben, von Süden nach Norden und bedroht das Prinzip der Umverteilung von Dienstleistungen, Wissen, Kultur, Schutz und Bewahrung der Infrakstrukturen.Heute werden Bibliotheken geschlossen, morgen die Universitäten.

Zwar wird es  noch weiter Geld geben für Megaprojekte wie Stuttgart 21 oder den BBI, in den Provinzen jedoch werden Bahnhöfe stillgelegt, defekte Brücken gesperrt und allerorts das Tafelsilber an Privatinvestoren verscherbelt. Naturschutzgebiete, Seenlandschaften gehen an Millionäre, die dann der lokalen Bevölkerung den Zugang zu Brandenburger Seen verbieten.  

  • Wie können weiter kulturelle Einrichtungen, Events gefördert werden, die dem Zusammenhalt und der Dynamik lokaler Gemeinschaften die Vitaität geben?
  • Wie kann ein Bürgermeister in Brandenburg schnell 50.000 € zusammenbekommen, um seinem kleinen Ort den Badesee und die Wälder darum zu erhalten, die auch den wenigen Hotels, Gaststätten, Fischern die Existenz sichern und  die Feriengäste bringen? 
  • Wer finanziert den Erhalt eines Anwesens, in dem alljährlich Musikfestivals mit internationaler Besetzung stattfinden, wenn das Land es an einen russischen Oligarchen veräussern möchte? Wer repariert endlich eine defekte Brücke, die einen kleinen Kurort nur noch auf Umwegen erreichbar macht?

Crowdsourcing und Crowdfunding ist die einzige Lösung in Zeiten der Regression. Wäre es nicht gerade jetzt sinnvoll, die Kommunen und Regionen wieder bürgernah und bürgerstark zu machen,  anstatt der Abwanderung resigniert zuzuschauen?

Gemeinsam handeln ist effizienteres Handeln. Dafür braucht es aber kluge und entschlossene Lokalpolitiker, die Crowdsourcing und Crowdfunding transparent zum Gemeinwohl einsetzen.

Transparent? 

Das bedeutet auch, dass sie die Foren und Plattformen unterstützen, in denen die Betroffenen diskutieren, sich vernetzen und gemeinsam handeln können. Das wäre doch endlich die Synergie, von der die Entscheidungsträger in den öffentlich-rechtlichen Podiumsdiskussion parlieren.

 

 

Everybody is talking about revolution now

Everybody is talking about the IT revolution.  Some digital natives are are smartly   - the happy few  - while the lazy onlookers are watching  on the beach and waiting that these noisy waves will quietly finish on the shore.

Like all the others did before, they say.

All communication progress and especially technologies that flow from the Internet -  such as Web, social media networks mobile are nothing else than words and images produced faster and in quantity.  It's not the quality that makes the difference, but the quantity. Every time technologies changed the appearance of information landscape, they increase speed , access and volume. 

Email is quicker than a letter, instant messaging is faster than emailing. RSS feeds provides aces to more thoughts and faster than visiting blogs and websites. Until Web 2.0 began spreading all over the world, human intelligence had enough time to integrate quantity and quality into their daily life and language. But now?

The increasing quantity of knowledge and information is a permanent challenge for those who decided to cope with the new reality. But this reality is now augmented reality and changes the way we perceive life and living in real time.  

The permanent stop and go between real life and augmented reality as well as the impact of virality, mobility and digital awareness are the real challenges for human intelligence.

 

 

Wireless future

"Wireless Communication and Information 2011" at the Berlinische Museum on Friday 15. 2010. Did you hear about this event it?

It was just one of these Berlin exquisite IT hubs merging world wide research results, developer visions and IT aims and projects.

IT specialists from South Africa, Russia, Germany and USA came together to debate about the future of our societies, and, more precisely, about the ways and means people will be connected with a local and global network, eventually both.

How it could work, where are the dangers and difficulties, the advantages and the profits for the unknown user as well as for communities and companies, all these questions were put on then table and sometime left there...  

The message: NTIC are rocking the world in a unknown way and manner. Whereever we live, whoever we are, changes have to be shared and lived in real time. That's the only way to stay inside the move: Never disconnect. Be proactive!

Who was listing to the highly interesting abstracts of this www. coworking IT-community? As usual, half a dozen of students invited by their professors, some very attentive Managers of Alcatel, Vodafone and Apple and other Provider Companies.
The local Media didn't talk about and the global networks didn't activate the echo logic.

What's the problem?

The undergoing changes of lifestyle and the way people could live and work together are already visible and intellisible for all of us. Unfortunately, there is not yet the spreading effect and no communication wave towards a larger audience in order to enhance anticipation and participation of the million of present and future user communities.

"Communication is the strategy to activate muliplicators just in time, at the same time, glocally," said Murdoch.

But it remains always a human decision to think communication in a proactive way. 
This is just another case where it didn't work.

Generation X...innovation

Ach wie gut das niemand weiss, dass ich Xinnovation heiss, könnte auch der Think Tank der Berliner IT-Szene jeden Abend anstimmen, denn die Resonanz für soviel Nachhaltigkeit an einem Ort bleibt trotz allem gedämpft.

Die gute Nachricht dabei:

Berlin ist wirklich in den letzten drei Jahren die Drehschreibe Europas geworden, auf der innovative und kreative global minds zusammenkommen, um voranzudenken. Gelegentlich zusammen, vielleicht selten gemeinsam. 

Xinnovation ist in diesem Sinn ein Beispiel dafür, wie dynamisch Netzwerken sein kann, dessen Ziel von der Veranstalterseite her altruistisch ist. Gemeininteresse geht vor Eigeninteressen, das ist offensichtlich auch die Devise der Humboldt-Universität.

Die zehn Themen dieses Xinnovation-Event. http://www.xinnovation.org . sind und bleiben Dauerbrenner -und Baustellen im Web 2.0.und sie so heteroklit wie die Trends in digitalen, viralen und mobilen Zeiten.

Dabei wurden heikle  und heisse Themen wie E-Justice und " Relevantes Wissen, Just in Time at the right place" auf der ganzen Skala von oben nach unten basisgerecht vorgebracht.

 

Die andere Nachricht dahinter:

Das Publikum war hochkarätig und handverlesen. Die Referenten ebenfalls. Berlin ist der Bienenstock der Vision Tanks für Informations- und Kommunikationstechnologien und ein Bienenstock setzt sich aus unzähligen Nischen zusammen. In Berlin gibt es sie überall und in jeder wird emsig gearbeitet. Leider arbeiten immer noch viele nebeneinander her.

Digital Natives, Nerds oder ganz einfach Studenten von der HTW, der TU oder aus Potsdam sollte dieses Konzentrat auf diesem niveau vorgehalten und nicht vorenthalten werden. 

Wenn es einem übergeordneten "Uhrmacher" gelingen sollte, sie alle wirklich dynamisch lokal zu verbinden und global zu vernetzen - dann hätte Berlin-Brandenburg hier den Stein der Weisen schon vorort.

Aber vielleicht halten es die Berliner Weisen noch so wie der Philosoph im Candide von Voltaire: "Pour vivre heureux, vivons cachés!"

 

 

 

 

 

Digitale Identitäten

Die Sozialen Netzwerkmedien verändern die Art und Weise, wie die Menschen untereinander kommunizieren.

Die Digital Natives, Milleniumgenerationen geben das Tempo vor und die Davorgeborenen tun sich schwer, mitzuhalten. Sich umstellen, sich anpassen und mitmachen ist anstrengend. Es setzt nämlich drei Dinge voraus, die uns mit der Zeit abhanden kommen:

1. Die Wahrnehmung des Wandels und die Reaktionsbereitschaft,

2. den Willen, sich auf das Archipel NTIC zu begeben.

3. den Zeitfaktor:  

Die Strecke durch das IT-Archipel ist beschwerlich, je länger die Anreise wird. Ob schliesslich die erwünschte Webmobilität und Freiheit über den Webwolken erreicht wird, hängt in erster Linie von dem Zeitfaktor ab.

Bei den Kindern des digitalen Zeitalters sind alle drei unbegrenzt da.  Auch die Versuchung, soweit wie möglich von den ständig neuen Opportunitäten zu profitieren, ohne dabei die neuen IT-Schreibweisen genau zu beherrschen. Am Anfang ist das Wort...Johannes 1,1, 

Am Anfang and am Ende des Webdaseins steht die digitale Identität, genauergesagt, ihre Schreibweise.

Eine Studie* zu den Webgepflogenheiten der Altergruppe 15-30, die auf Facebook, Myspace, Youtube, Flickr unterwegs sind zeigt die Entstehung von neuen kollektiven digitalen Schreibweise auf.

Im Mittelpunkt steht der Umgang mit der digitalen Identität.  Wann und wo bin ich mit meiner realen Identität unterwegs,  warum, wie und wo bin ich mit einem oder mehreren  Pseudonymen auf der Walz und wie gehe ich insgesamt damit um.

Widerspruch, Verwirrung und Vermischung gelten als digitale Verkehrssünden.

 Die Identifizierung durch digitale Medientools wird zu einer neuen kulturellen Wertschöpfung.

Daraus entsteht auch das Raster der unsichtbaren Verknüpfungen, die Gemeinschaften zusammenhalten und die Sprache eines gegenseitigen Verstehens und Austausches, das tägliche Brot. 

Die digitale Identität wird letzendlich mithilfe der Sprache aufgebaut. 

 

 

Tat Tvam Asi .... you are that!

Die Identitätsfrage ist so alt wie das Wissen und Bewusstsein des Menschen um sein Selbst und seine Eigenheit.

Die Web 2.0 Ära macht aus ihr jedoch ein globales Phänomen, denn sie sprengt plötzliche den beschränkten Rahmen des Ichs und der Gemeinschaft mit der das Ich sich identifiziert, abgrenzt und kennzeichnet. Das World Wide Web gibt die Raum und die Zeitebene vor: damit wird die Identitätsfrage zu einem Mobile und verliert die herkömmlichen Schutzraster.

"My identity is my castle"

Meine Identität ist mein Ausweis und  Beweis, daß ich innerhalb einer Gemeinschaft existiere. Meine Identität kennzeichnet mich, gibt mich aus als Bürger eines Staates und Mitglied einer Familie und Gesellschaft, ob ich dazu stehe oder nicht. Sie macht mich stark und schwach. Ohne sie bin ich namenlos, heimatlos,staatenlos.

"My name is nobody"

Mit ihr bin ich jemand, ohne sie bin ich niemand.

"Mein Name ist Niemand", sagte Ulysseus vor dem tödlichen Auge des Zyklopen und verheimlichte seine Identität, um sich zu schützen. Das Unbehagen vor unbestimmbaren Gefahren verleitet 22% der Webbenutzer dazu, Gesicht und Namen zu verbergen. Dabei verfahren sie in dem Wissen um das Allzumenschliche, das jeden Segen in einen Fluch verwandeln kann. Warum soll es mit den NTIC und ihren Anwendungen anders sein!

"Authentizität, Vertrauen, Input "

sind die drei Faktoren, die die Web 2.0 Dynamik in Schwung hält. Faker und Misstrauen bringen keinen Output, sondern lähmen und zersetzen. Wer  im Web 2.0 dabei sein will, hat auch diese drei Regeln zu beachten .

Da ist so wie im Schwimmbad. Irgendwann muss man sich halt freimachen, nicht ganz, na ja, die Badehose kann man ja anbehalten. Das sind ungefähr auch so die Verkehrsregeln im Web 2.0 und der Beginn des Dilemmas: Wieviel stelle ich von mir zur Schau?

Hier schreibt das digitale Zeitalter gerade an einem ganz neuen Kapitel der Soziologie, das in seinen Ansätzen schon die Vorlagen einer Umkehrung vieler Werte enthält:

Die Identität als Ware, als Markenartikel, als Herausforderung, Abgrenzung und Machtfaktor, Empathievektor oder ganz einfach Identität als Identifikation, als corporate identity und particular identity  

Überlassen wir die folgenden Kapitel der XYZ Generation.

 

 

 

 

Swallower on the Web

In der Juni-Ausgabe des amerikanischen It-Magazins WIRED "The Web Shatters Focus, Rewires Brain" schreibt der amerikanische  IT- Experte Nicolas Carr eine neues Kapitel seiner  Web-Polemik. 

Auf die Frage: "Macht googeln intelligenter? " antwortet er mit einem klaren Nein.

Während eine Stunde googeln pro Tag uns geistig reger macht, so sei diese neuronale Fitness nur vordergründig und kurzfristig.

Die Geschwindigkeit, mit der das Gehirn Zusammenhänge erkennt und vernetzt, sage nichts über sein Potential aus,  langfristige Verbindungen herzustellen oder gar kreativ voranzuschreiten,so Nicolas Carr.

Im Gegenteil. Das Lesen von Texten und Hypertexten schwächt die lineare Wahrnehmung des Zusammenhanges. Pupups, Hyperlinks, Banner und Fotos stören die Konzentration  und verhindern ein nachhaltiges Speichern von Informationen und Wissen.

Er unterscheidet dabei das Langzeitgedächtnis und das Arbeitsgedächtnis. Letzteres entwickelt zwar die Fähigkeit, viele Kurzinformationen gleichzeitig wahrzunehmen, erweist sich jedoch unfähig, die TIC in in konzeptierndes Wissen umzudenken.

Schuld daran sei der sog. "switching cost", der Aufwand immer wieder Umzuschalten, bei dem das Gehirn die kognitive Überbelastung nicht mehr verarbeiten kann.

Das "Multitasking"  des digital Arbeitenden unterbreche  ständig die Konzentration und sei nichts anderes als eine "vorgeplante Dauerstörung der neuronalen Potentiale".  

Die NTIC haben die visuelle und räumliche Wahrnehmung geschärft, nicht aber die Kreativität und die Imagination.  Das Wissen wird lediglich in Form von Einzelteilen irgendwo zwischengelagert.

Die menschliche Intelligenz sei eher auf einem regressiven Trip, denn die digitale Kreativität sei eine Wiederaufbereitung.

http://www.wired.com/magazine/2010/ff_nicholas_carr .